FC Germania Friedrichstal

Clubhaus des FC Germania Friedrichstal


 
Gründung des Vereins

Vor dem 1.Weltkrieg entstanden in vielen Dörfern der badischen Hardt Fußballvereine. Schließlich war es 1913 auch in Friedrichstal soweit. Die Chronik schreibt darüber: "Der um die Jahrhundertwende in Deutschland aufblühende Fußballsport weckte auch in der hiesigen Gemeinde den Gedanken zur Gründung eines Sportvereins, dessen Hauptzwecke die Pflege des Fußballspiels sei."

Am 22. November 1913 trafen sich im Gasthaus "Zum Hirsch" 13 junge Männer zur Gründung eines Fußballvereins, dem sie den Namen "Fußballclub Germania Friedrichstal" gaben.

Schon im Dezember 1913 und im Januar 1914 wurden die ersten Spiele gegen den Turnverein Spöck ausgetragen und sogar gewonnen.

Der Kriegsausbruch im August 1914 und die damit zusammenhängenden Einberufungen unterbrachen vorerst die Fortentwicklung des noch jungen Vereins. Außer einigen Spielen 1917 ruhte der Spielbetrieb während des Krieges.

Der erste Trikotsatz wurde 1917 angeschafft und "schwarz-weiß" zur Vereinsfarbe erhoben. 1920 konnte ein Waldstück an der Landstraße Staffort - Leopoldshafen gepachtet, in schwerer Eigenarbeit gerodet und ein Fußballplatz angelegt werden. Mit Fahrrädern und Pferdewagen wurden damals die auswärtigen Spielorte angesteuert.

Der Zuwachs an aktiven Spielern war inzwischen so groß geworden, dass eine zweite Mannschaft aufgestellt werden konnte. 1922 trat der FC Germania dem Süddeutschen Fußballverband bei und es gelang der Aufstieg von der C- in die B- Klasse. Die wirtschaftliche Lage und die Inflation zwangen 1925 die Vereinsleitung, kurzfristig aus dem Süddeutschen Verband auszutreten und auch der Spielbetrieb ruhte zwei Jahre lang.

Die Olympiade 1928 bewirkte ein erneutes Aufleben des Fußballsports und ließ den Verein wieder aus der Stagnation heraustreten. Durch die Verpflichtung eines offiziellen Trainers, der vom damaligen FC Phönix Karlsruhe kam, gelang es, die sportlichen Leistungen erheblich zu steigern.

1931 beim Spiel des FC Germania um die Bezirksmeisterschaft waren in Linkenheim 1300 Zuschauer gekommen, die einen Sieg der Gastgeber sahen.

1933 konnte man wieder eine Stufe in der sportlichen Hierarchie höher klettern und den Aufstieg in die A- Klasse feiern. Im gleichen Jahr wurde das erste kleine Clubhaus in Eigenarbeit gebaut und eingeweiht.

Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 1939, verbunden mit Einberufungen der Spieler zum Wehrdienst, schränkte den Spielbetrieb derart ein, dass während des Krieges nur noch Jugendspiele ausgetragen werden konnten. Die in den Vorkriegsjahren errungenen Pokale mussten 1941 zur Gewinnung von Metallen abgegeben werden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb die auf Druck der Militärregierung erfolgte Umbenennung des Vereins in "Sportfreunde" Friedrichstal nur eine kurze Episode und bald konnte man wieder den Traditionsnamen FC "Germania" führen.

Sportliche Erfolge stellten sich bereits 1948 wieder ein, als man sich die Staffelmeisterschaft der A-Klasse sicherte, die leider damals noch nicht automatisch zum Aufstieg führte. 1955 wurde das Clubhaus erweitert, Dusch- und Umkleidekabinen ausgebaut und mit einer Wohnung aufgestockt. 20 Jahre lang behauptete sich die erste Mannschaft des Vereins recht konstant in der A- Klasse.

Mit der Schaffung der Fußball - Bundesliga begann eine allgemeine Neuorientierung im Fußballgeschehen, der finanzielle Faktor wurde von den Profivereinen auch in den Amateurbereich hineingetragen und das Karussell der Spielerwechsel begann sich in den siebziger und achtziger Jahren auch in Friedrichstal immer schneller zu drehen.

1963 wurde ein zweites Spielfeld angelegt und 1965 eingeweiht. 1963/64 drohte unserer Mannschaft der Abstieg in die B- Klasse. Doch innerhalb von 4 Jahren gelang eine kontinuierliche Leistungssteigerung. 1968 konnten die Aktiven die Meisterschaft in der A- Klasse erringen und in die damalige Zweite Amateurliga aufsteigen. 

(zurück zur Übersicht)


 
Sportlicher Aufstieg des Vereins (1968-1988)

Mit dem Aufstieg in die 2.Amateurliga (1968) begann für den FC Germania Friedrichstal eine neue Ära in der Vereinsgeschichte. Um in dieser Spielklasse bestehen zu können, wurden erfahrene Spieler verpflichtet. Erfreulicherweise konnten 1968 und 1969 sechs Eigengewächse aus der FCG A-Jugend mit einem Schlag in die 1.Mannschaft eingebaut werden, die über ein Jahrzehnt zum Stamm gehörten. In der Saison 1968/69 erreichte man als Neuling in der 2.Amateurliga auf Anhieb einen Aufsehen erregenden 2.Tabellenplatz. Wesentlich kritischer schaute es in der darauf folgenden Spielrunde aus, in der man nur mit Mühe die Klasse erhalten konnte. In den darauf folgenden Jahren zeigte die Erfolgskurve allerdings wieder nach oben und so erreichte man in der Spielrunde 1971/72 mit zwei Punkten Vorsprung auf den FC Östringen die Meisterschaft in der 2.Amateurligs Mittelbaden, Staffel1. Mit zwei klaren Siegen in den Qualifikationsspielen gegen die ESG Frankonia Karlsruhe - das Rückspiel in Friedrichstal sahen fast 2000 Zuschauer - gelang es unserem Fußballteam, sich den Aufstieg in die 1.Amateurliga Nordbaden zu sichern.

Renommierte Vereine wie der VfR Mannheim, der SV Schwetzingen und der 1.FC Pforzheim - um nur einige zu nennen - waren nun in der Saison 1972/73 harte Prüfsteine für unsere Mannschaft in der damals höchsten deutschen Amateurklasse. Nach vier Spieltagen übernahm man sogar mit 7:1 Punkten die Tabellenführung, musste aber schon bald dieser Anfangseuphorie Tribut zollen und war am ende der Saison froh, den Klassenerhalt geschafft zu haben.

Am 3.August 1973 trat mit Borussia Mönchengladbach der damalige deutsche Pokalsieger in Friedrichstal zu einem Freundschaftsspiel an. Die Niederlage konnte mit 1:6 in erträglichen Grenzen gehalten werden, waren doch beim Gegner einige Nationalspieler wie Heynckes, Bonhof, Köppel, Sieloff, Stielike und Kleff mit von der Partie.

In der Saison 1973/74 musste unsere Mannschaft den Weg zurück in die 2.Amateurliga gehen. In dieser Klassen gelang es die Leistungen zu stabilisieren und nach vier weiteren Jahren erneut die Meisterschaft zu erringen und in die neu gegründete Verbandsliga Nordbaden aufzusteigen. Von 1978 bis 1988 gehörte der FC Germania ununterbrochen dieser Spielklasse an.

(zurück zur Übersicht)


 
Hochs und Tiefs des Vereins  (1990-2006)

Ab 1990 näherte man sich im sportlichen Bereich Jahr für Jahr wieder den "Wurzeln" und musste den bitteren Weg abwärts über die Landes- und Bezirksliga in die A- Klasse gehen. Die Verbindlichkeiten und Unterhaltungskosten für das Clubhaus waren für die Verantwortlichen im Verein seit 1985 eine große Herausforderung und auch der Spielbetrieb, der über viele Jahre auf höchstem Niveau gehalten wurde, war mit den gegebenen Möglichkeiten nicht mehr in Einklang zu bringen.

Seit 1995 darf von einer Konsolidierung der Verhältnisse beim FC Germania gesprochen werden, denn es gelang, die Verbindlichkeiten stark zu reduzieren, die Gebäude des Vereins zu sanieren und sinnvoll zu ergänzen. So wurde der Komplex vor dem Clubhaus in Richtung Spielfeld komplett für unsere Zuschauer überdacht und bietet seither die Möglichkeit, bei Vereinsfesten auf ein Zelt verzichten zu können. Eine neue Heizungsanlage wurde eingebaut, die Clubhaus-Gaststätte und alle Umkleidekabinen renoviert. Auch ein Kinderspielplatz wurde angelegt, der Parkplatz beim Clubhaus geteert und die Infrastruktur mit Garagen verbessert.

Sportlich ging es ebenfalls wieder aufwärts, denn die 1. Mannschaft konnte 1999 die Meisterschaft der A-Klasse erringen und in die Bezirksliga aufsteigen.

Die Anlegung eines dritten Rasenspielfeldes, begonnen nach langwierigen Verhandlungen im September 1998 und eingeweiht im Frühjahr 2000, hat bessere Trainings- und Spielmöglichkeiten geschaffen und die Attraktivität des Vereins für alle Jugend- und Seniorenspieler erhöht.

2001 gelang der Aufstieg der "Ersten" in die Landesliga, man musste allerdings ein Jahr später bereits wieder den Weg in die Bezirksliga antreten.

Im Jahr 2004 schaffte es unser "Aushängeschild" erneut, die Meisterschaft in der Bezirksliga zu erreichen. Da der Verband aber festgelegt hatte, den Aufstieg in unserer Staffel von Entscheidungsspielen abhängig zu machen, musste man gegen den SV Ettlingen antreten. Vor 1800 Zuschauern gewann der FC Germania in Durlach-Aue in der Verlängerung mit 1:0 und erkämpfte sich so die Berechtigung wieder in der Landesliga spielen zu können. In dieser Spielklasse war man auf Anhieb sehr erfolgreich und wurde Vizemeister. Die 2. Mannschaft schaffte im letzten Spiel den Aufstieg in die Kreisklasse A.

In der Saison 2005/2006 erkämpfte sich die Erste des FC Germania den Titel des Landesliga-Meisters und kehrte nach 16 Jahren wieder in Verbandsliga zurück.

Unsere Jugendabteilung, die seit einigen Jahrzehnten sehr erfolgreich ist, nimmt einen Spitzenplatz im Landkreis Karlsruhe ein und die Jugendleitung durfte 1998 den begehrten Sepp-Herberger-Preis als Belohnung für diese Erfolge in Empfang nehmen .

Auch die Sportarten Tennis (gegründet 1972) und Kegeln (seit 1978) sind beim FCG heimisch. Die Tennisabteilung kann 8 Tennisplätze zum Freizeit - und Sportspiel anbieten. Die Sportkegler sind ebenfalls ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil des Clubs, denn sie halten die vereinseigenen Kegelbahnen und die dazugehörigen Räume in gutem Zustand. Auch die AH-Abteilung der Fußballer ist seit 1970 ein wichtiger Aktivposten des Vereins.

Die Tatsache, dass ein solch großer Verein nach wie vor ehrenamtlich geführt wird, lässt sicher erahnen, dass es zu allen Zeiten und insbesondere heutzutage viel Idealismus erfordert, in verantwortlicher Position die Geschicke des FC Germania zu leiten und unterstützend mitzuarbeiten.

Es bleibt zu hoffen, dass auch in den nächsten Jahrzehnten dieser Idealismus den Verein weiter lebendig halten wird.

(Texte aus Vereins-Chronik und von Wolfgang Hengst)

(zurück zur Übersicht)


Letzte Änderung am 10.02.2007

Fehler, Fragen, Vorschläge? Mail an webmaster
© 1999-2007 by W. Füßler